Artikel Ausdauer

Die Ausdauer wird in der Fachliteratur sehr weit gefasst. Der Herangehensweise der verschiedenen Bereiche (Trainingswissenschaft, Sportpädagogik, Sportmedizin) liegt immer ein Kriterium zu Grunde, nämlich die Ermüdungswiderstandsfähigkeit.

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Definition Ausdauer:

Daher entspricht einfach ausgedrückt, die Ausdauer der Ermüdungswiderstandsfähigkeit eines Athleten. Die Ausdauer hängt somit von der Leistung, Ermüdung und Wiederherstellung ab. Der Ausdauer liegen energetische, koordinative, biomechanische, psychologische Faktoren zu Grunde, die den Sportler beeinflussen. Führt man all diese Punkte zusammen entsteht ein komplexer Begriff Ausdauer nachdem die Ausdauer folgendermaßen definiert wird:

Ausdauer ist nach Eisenhut & Zintl (2013, S. 30):

  1. „physisch lange einer Belastung zu widerstehen, deren Intensität und Dauer letztendlich zu einer unüberwindbaren Ermüdung (= Leistungseinbuße) führt,
  2. trotz eintretender Ermüdung die Belastung bis zur individuellen
    Beanspruchungsgrenze fortzusetzen (psychische Komponente),
  3. sich in Phasen verminderter Beanspruchung (z.B. Pausen im Training und Wettkampf) bzw. nach Belastung rasch zu regenerieren.“

Durch diese Definition wird klar, dass die Ausdauer ein wesentlicher Bestandteil aller Sportarten ist. Die Vorteile einer guten Ausdauer liegen auf der Hand. Die Konzentrationsfähigkeit kann dadurch länger stabil gehalten werden, somit schleichen sich keine Fehler ein.  Hinzu kommt die verbesserte Regenerationsfähigkeit. Ist die Ausdauer gut ausgeprägt, steigt die physische Leistungsfähigkeit, und die Erholungsfähigkeit wird optimiert. Dies soll heißen, dass sich ein Sportler schneller von einer Belastung erholen kann. Zudem ist eine gut ausgeprägte Ausdauer sehr hilfreich für die Verletzungsprophylaxe. Die Gesundheit ist zunehmend stabiler, psychische Belastungen können besser verarbeitet und bewerkstelligt werden und es kommt zu einer Minimierung von Verletzungen (Gießing & Schohl, 2009).

Strukturierung der Ausdauer:

Im Folgenden wird kurz auf die Strukturierung der Ausdauer, auf die Energiebereitstellung sowie auf die Methoden der Ausdauer eingegangen. Eisenhut (2013), Gießing & Scholl (2009), Steinhöfer (2008) und Weineck (2010) zeigen mehrere Ansätze zur Strukturierung der Ausdauer. Hier scheint es in der Literatur verschiedene Herangehensweisen zu geben. Einen ersten Überblick kann die Strukturierung der Ausdauer nach verschiedenen Einteilungskriterien von Eisenhut & Zintl (2013) geben. Diese Tabelle zeigt nochmals die Komplexität der Ausdauer auf und die Schwierigkeit ihr ein passendes Kriterium zuzuordnen.

Tabelle 3: Strukturierung der Ausdauer nach verschiedenen Einteilungskriterien (mod. nach Eisenhut & Zintl, 2013, S. 35)

Kriterium Name Charakteristik Quelle, Autor
Umfang der beanspruchten Muskulatur
  • lokale Ausdauer
  • regionale Ausdauer
  • globale Ausdauer
< 1/3 der Muskulatur
1/3–2/3 der Muskulatur
> 2/3 der Muskulatur
Saziorski
  • lokale Ausdauer
  • allgemeine Ausdauer
< 1/6-1/7 der Muskulatur
> 1/6-1/7 der Muskulatur
Hollmann/ Hettinger
Art der vorrangigen Energiebereitstellung
  • aerobe Ausdauer
Bei ausreichendem Sauerstoffangebot Hollmann/ Hettinger
  • anaerobe Ausdauer
Ohne Sauerstoffbeteiligung
Arbeitsweise der Skelettmuskulatur
  • dynamische Ausdauer
  • statische Ausdauer
Bei kontinuierlichem Wechsel von Spannung u. Entspannung
Bei Dauerspannung
Hollmann/ Hettinger
Zeitdauer der Beanspruchung bei höchstmöglicher Belastungsintensität
  • Kurzzeitausdauer
  • Mittelzeitausdauer
  • Langzeitausdauer. I
  • Langzeitausdauer II
  • Langzeitausdauer III
  • Langzeitausdauer IV
35 sec – 2 min
2 min – 10 min
10 min – 35 min
35 min – 90 min
90 min – 6 h
Über 6 h
Harre/Pfeifer
Zusammenhang mit anderen konditionellen Fähigkeiten bzw. Belastungssituationen
  • Kraftausdauer
  • Schnellkraftausdauer
  • Schnelligkeitsausdauer
  • Sprintausdauer
  • Spiel-/Kampfausdauer
  • Mehrkampfausdauer
80-30{97d906650d30b36b927aeac0659aa99ad5e93f5a40f49580f029114a5b663e9e}iger Maximalkraftanteil
Explosive Bewegungsausführung
Submaximale Geschwindigkeiten
Maximale Geschwindigkeiten
Variable Belastungsphasen
Hohe Belastungsdichte bzw. wechselseitige Beeinflussung
Nett, Mattwejew
Bedeutung für sportartspezifisches Leistungsvermögen
  • Grundlagenausdauer (allgemeine Ausdauer)
Basisvermögen für verschiedene sportliche Bewegungstätigkeiten Saziorski, Nabatnikowa, Martin
  • spezielle Ausdauer
Anpassung an die Beanspruchungsstruktur einer Ausdauerdisziplin

 

Hollmann, Hettinger, Strüder, & Hollmann-Hettinger (2000) differenzieren die Ausdauer in drei Kriterien. Die Muskulatur wird in zwei Eigenschaften unterteilt. Die lokale Muskelausdauer wird nur in Anspruch genommen, wenn weniger als 1/6 der gesamten Muskulatur beansprucht wird. Die allgemeine Ausdauer wird beansprucht, wenn mehr als 1/6 der Muskulatur eingesetzt wird. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig für das allgemeine Verständnis von Training. Wird unter 1/6 der gesamten Muskulatur trainiert (z.B. Trizeps-Kicks), wird die Leistungsfähigkeit des kardio-pulmonalen Systems nicht beanspruch (Steinhöfer, 2008). Leistungsbegrenzend für die lokale Ausdauer sind die Faktoren Kapillarisierung, Myoglobingehalt und Größe der Phosphat- und Glykogenspeicher (Eisenhut & Zintl, 2013). Die lokale Ausdauer ist die konditionelle Fähigkeit, die ein Athlet am stärksten verbessern kann. Trainiert man diese über mehrere Wochen, kann es zu Verbesserungen von mehreren 100 bis 1000{97d906650d30b36b927aeac0659aa99ad5e93f5a40f49580f029114a5b663e9e} kommen (Hollmann et al., 2000).

Energiebereitstellung

Dazu müssen beide Bereiche noch in ihrer Energiebereitstellung unterschieden werden. Anzumerken ist, dass diese beiden Protokolle nie in reiner Form im Wettkampf vorkommen. Die aerobe Ausdauer lässt sich noch in drei weitere Bereiche untergliedern: aerobe Kurzzeitausdauer (3-10 min), aerobe Mittelausdauer (10-30 min), aerobe Langzeitausdauer (über 30 min) Aerob bedeutet, dass dem Körper ausreichend Sauerstoff zur oxidativen Verbrennung von Glykogen und Fettsäuren zur Verfügung steht. Ist eine Belastung kürzer und intensiver, kommt es zu einer unzureichenden Saustoffzufuhr. Hierdurch wird die oxidative Verbrennung unzureichend, die Stoffwechselvorgänge müssen auf die anaerobe Glykolyse umstellen. Dies bedeutet, dass die Energiegewinnung anoxidativ abläuft, was zum Anstieg des Laktats im Körper führt. Die
anaerobe Ausdauer wird ebenfalls in drei Bereiche unterteilt: anaerobe Kurzzeitausdauer (6-20 sec), anaerobe Mittelausdauer (20-60 sec), anaerobe Langzeitausdauer (60-120 sec) (Eisenhut & Zintl, 2013). Auf der letzten Ebene der Strukturierung wird in dynamisch und statisch unterschieden. Die statische Ausdauer ist begrenzt und hat auch keine Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, da die Durchblutung bereits ab 15 {97d906650d30b36b927aeac0659aa99ad5e93f5a40f49580f029114a5b663e9e} der Muskelspannung eingeschränkt wird, ein Durchblutungsstopp kommt ab ca. 50 {97d906650d30b36b927aeac0659aa99ad5e93f5a40f49580f029114a5b663e9e} zustande.
Dadurch wird die Energiebereitstellung anaerob. Darüber hinaus ist die Ermüdung des Nervensystems durch die Hemmung des zentralen Nervensystems (ZNS) ein weiteres Problem bei der statischen Ausdauer. Bei der dynamischen Ausdauer ist die Durchblutung der Muskulatur auch bei höheren Intensitäten gegeben (Steinhöfer, 2008). Das Schema zeigt nochmals die Strukturierung der Ausdauer nach Hollmann et al. (2000) genau auf.

Schema verschiedener Formen Ausdauerleistungsfähigkeit

Schema verschiedener Formen der Ausdauerleistungsfähigkeit (mod. nach Hollmann et al., 2000, S. 263)

Die Ausdauer wird aber zum Teil in der Literatur anders klassifiziert. Hier wird die Ausdauer in verschiedene Zeitabschnitte eingeteilt.

Der Grund hierfür ist die Energiebereitstellung, die sich in den verschiedenen Abschnitten unterscheidet bzw. sich überlappt. Die Kurzeitausdauer (KZA) ist charakterisiert durch eine anaerobe Energiegewinnung. Diese maximalen Ausdauer-belastungen sind zeitlich abgegrenzt (45 sec bis 2 min). Die Mittelzeitausdauer (MZA) ist gekennzeichnet von einer vermehrten aeroben Energiegewinnung. Sie spielt sich in einem Zeitraum von 2 bis 8 Minuten ab. Die Langzeitausdauer wird noch weiter unterteilt, da sie alle Belastungen beinhaltet, die über 8 Minuten hinausgehen. Die Energiegewinnung ist ausschließlich aerob. Es wird noch in LZA I, II, und III unterschieden. LZA I umfasst Belastungen bis 30 Minuten. Der Glucose-Metabolismus ist hier überwiegend aktiv. Die LZA II umfasst Belastungen von 30 bis 90 Minuten. Die Energie wird sowohl über den Glucose-Metabolismus als auch über den Fettstoffwechsel gewonnen. In diesem Zeitfenster stehen sich die beiden in einer dynamischen Balance gegenüber.
Belastungen über 90 Minuten werden in die LZA III eingeteilt. Die Energie-gewinnung wird hier zum großen Teil durch den Fettstoffwechsel erreicht (Weineck, 2010). Wie bereits erläutert, lässt sich die Ausdauer in einen anaeroben und einen aeroben Bereich einteilen. Man kann diese beiden Bereiche noch weiter unterteilen. Die anaerob-alaktazide Energiebereitstellung läuft ohne Bildung von Laktat ab. Die Energieträger sind Adenosin-Tri-Phosphat (ATP) und Kreatinphosphat (KP), welche Energie ohne Sauerstoffverwertung für ca. 5-8 Sekunden liefern. Die anaerob-laktazide Energiebereitstellung benötigt auch keinen Sauerstoff zur Energiegewinnung. Die Energie wird aus der
Glucose gewonnen. Bei maximalen Belastungen kann die Energie ca. 45-90 Sekunden aufrecht erhalten werden. Die aerobe Energiebereitstellung lässt sich ebenfalls in zwei weitere Kategorien einteilen: Zum einen in die aerobe Glykolyse, die Energie bis zu 60 Minuten liefern kann, und zum anderen in die aerobe Lipolyse, die Energie ab 60 Minuten liefert. Wichtig ist, dass dies kein starres System ist. Die Übergänge zwischen den Phasen sind sehr fließend und bei jedem Sportler anders. Hier spielt auch die Leistungsfähigkeit eine große Rolle (Steinhöfer, 2008).

Mechanismen Energiebereitstellung Ausdauer

Die Mechanismen der Energiebereitstellung im zeitlichen Verlauf (in Hohmann et al., 2007, S. 52; mod. nach Badtke, 1995)

Diese Einteilung ist insofern einleuchtend, als man beim Training die Energiebereitstellung berücksichtigen kann. Für die Individualsportarten lässt sich diese Einteilung auch noch leicht nachvollziehen, ebenso für den Breiten- und Gesundheitssport.

Kritisch hinterfragen muss man die Einteilung bei den Sportspielen. Hier spielt die Komplexität der Sportspiele wieder eine große Rolle. Ein Handballer läuft nicht zweimal 30 Minuten am Stück. Dies heißt, die Belastung entspricht nicht der LZA II. Bei der LZA II sind die Belastungs-intensitäten eher moderat. Schaut man sich hierzu ein Handballspiel an, so kann man eher nicht davon reden, dass es sich hier um moderate Belastungen handelt. Antritte, Sprünge, kurze zyklische und azyklische Sprints etc. sind Bestandteil eines Handballspiels und so auch bei den anderen Spielsportarten (mit leicht anderen spezifischen Anforderungen).

Die Schlussfolgerung hieraus ist, dass ein Sportspiel viele verschiedene Intervalle mit sehr unterschiedlichen Intensitäten hat. Deswegen benötigen Sportspieler eine komplexere Ausdauer, die aus drei Teilen besteht, einem Ausdauer-, einem Kraft- und einem Schnelligkeitsanteil. 

Je nach Sportspiel muss hier nach Aufbau der Grundlagenausdauer die spezielle Ausdauer trainiert werden (Steinhöfer, 2008). Daher sollte die Ausdauer in zwei verschiedene Arten und Typen unterteilt werden, so dass man genau differenzieren kann, welcher Bereich der Ausdauer trainiert werden sollte. Die nachfolgende Tabelle gibt hierzu einen Überblick.

Tabelle 4: Übersicht zu den Arten und Typen der Ausdauer (mod. nach Eisenhut & Zintl , 2013, S. 45)

 

Arten Grundlagenausdauer (GLA) Spezielle Ausdauer (spA)
Merkmal Basischarakter für Gesundheit, Fitness und für die Entwicklung anderer sportmotorischer Fähigkeiten Disziplinspezifische Belastungsstruktur in den Ausdauersportarten; optimales Verhältnis von Belastungsintensität und Belastungsdauer
Typen
  • Allgemeine Grundlagenausdauer =
    übungsneutrale Grundausdauer des Gesundheits- und Fitnessbereichs
  • Spezifische Grundlagenausdauer =
    übungsgebundene Basisausdauer der Ausdauerdisziplinen
  • Azyklische Grundlagenausdauer =
    Basisausdauer für die unregelmäßig wechselnde (=azyklische) Beanspruchung in den Spiel- und Kampfsportarten
  • Kurzzeitausdauer*
    (35s – 2 min)
  • Mittelzeitausdauer*
    (2 – 10 min)
  • Langzeitausdauer I**
    (10 – 35 min)
  • Langzeitausdauer II
    (35 – 90 min)
  • Langzeitausdauer III**
    (90 min – 6 h)
  • Langzeitausdauer IV
    (> 6 h)
* Der Kurz- und Mittelzeitausdauer sind inhaltlich die Begriffe Schnelligkeitsausdauer (mit submaximalen Geschwindigkeiten), Schnellkraftausdauer und submaximale Kraftausdauer zuzuordnen.
** In den Langzeitausdauertypen tritt aerobe Kraftausdauer in Erscheinung.
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